Der Stich einer Zecke kann ernste gesundheitliche Folgen haben, denn Zecken können Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren übertragen. Dabei hängt das Risiko einer Ansteckung davon ab, wie lange die Zecke Blut saugt und ob sie infiziert ist.
In Deutschland und Mitteleuropa sind vor allem zwei Krankheiten besonders relevant: die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Daneben gibt es auch seltene, aber nicht weniger gefährliche Erkrankungen, die von Zecken übertragen werden können.
Borreliose – die häufigste Zeckenkrankheit
Die Lyme-Borreliose wird durch Borrelien verursacht. Nicht jede Zecke trägt diese Bakterien in sich, doch bei einem Stich ist das Risiko einer Infektion durchaus gegeben.
Symptome und Verlauf:
Meist zeigt sich in den Tagen nach dem Zeckenstich eine ringförmige Hautrötung. Die sogenannte Wanderröte ist ein frühes Warnzeichen. Weitere Beschwerden können grippeähnlich sein und sich durch Fieber, Müdigkeit oder Muskel- und Gelenkschmerzen bemerkbar machen.
Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann sie sich oftmals unbemerkt ausbreiten und das Nervensystem, die Gelenke und das Herz befallen. In späteren Stadien kommt es unter anderem zu Gesichtslähmungen, Nervenentzündungen oder chronischen Gelenkbeschwerden.

Behandlung:
Borreliose ist mit Antibiotika gut behandelbar. Die Therapie sollte möglichst frühzeitig beginnen. Eine Impfung gegen Borreliose befindet sich in der Erforschung.
FSME – durch Viren ausgelöste Hirnhautentzündung
FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Dabei handelt es sich um eine von infizierten Zecken übertragene Virus-Erkrankung, die eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute verursachen kann.
Symptome und Verlauf:
Nach dem Stich durch eine infizierte Zecke kann es zu Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen kommen. Bei manchen Menschen klingt die Infektion dann ab, bei anderen entwickelt sich in einer zweiten Phase eine Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten. Das kann zu starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Lähmungen oder Bewusstseinsstörungen führen.
Behandlung:
Gegen FSME gibt es keine gezielte Therapie. Nur die Symptome lassen sich mit Medikamenten lindern. Das Risiko einer Erkrankung lässt sich jedoch durch eine FSME-Impfung deutlich senken und wird vor allem Bewohnern von FSME-Risikogebieten empfohlen und Menschen, die in solche Gebiete reisen.
Seltener, aber gefährlich: weitere Zeckenkrankheiten
Neben Borreliose und FSME gibt es einige weitere Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden können. Diese Krankheiten kommen deutlich seltener vor, können aber ebenfalls gefährlich sein.
Anaplasmose
Diese bakterielle Infektion kann vorwiegend bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem ernster verlaufen. Symptome sind Fieber, Muskelschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl. Anaplasmose ist gut mit Antibiotika behandelbar.
Babesiose
Babesien sind Einzeller, die rote Blutkörperchen befallen. Die Erkrankung ähnelt in ihrer Symptomatik der Malaria: hohes Fieber, Schüttelfrost und Blutarmut können auftreten. Gefährlich ist Babesiose besonders für Menschen mit schwachem Immunsystem.
Ehrlichiose
Verursacht durch Bakterien, ruft diese Infektion grippeähnliche Symptome hervor. Sie tritt häufiger in den USA auf, wurde aber bereits auch in Europa nachgewiesen.
Rickettsiose
Diese seltene Infektion kann zu Hautausschlag, Fieber und Lymphknotenschwellungen führen. Rickettsien sind Bakterien, die verschiedene Krankheiten hervorrufen können.
Tularämie (Hasenpest)
Auch die durch das Bakterium Francisella tularensis verursachte Tularämie kann über Zecken auf den Menschen übertragen werden. Typisch sind Fieber, Hautgeschwüre und geschwollene Lymphknoten.
Wie Du Dich schützen kannst
Vorbeugung ist der beste Schutz. Wer sich in der Natur bewegt, sollte lange Kleidung tragen, helle Stoffe wählen, um Zecken besser zu erkennen und Zeckenschutzmittel verwenden. Nach jedem Aufenthalt in der Natur empfiehlt sich eine gründliche Kontrolle des Körpers. Zecken lassen sich mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange oder Zeckenkarte vorsichtig entfernen, dabei sollte die Zecke möglichst nah an der Haut erfasst werden, ohne diese zu quetschen.
Zusammenfassung:
Die wichtigsten Zeckenkrankheiten im Überblick
Borreliose (Lyme-Borreliose):
- Bakterieninfektion
- Wanderröte, grippeähnliche Symptome, Nervenschäden
- Gut behandelbar mit Antibiotika
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis):
- Virus-Erkrankung
- Gehirn- und Hirnhautentzündung
- Keine Therapie, aber Schutz durch Impfung
Weitere seltene Krankheiten:
- Anaplasmose: milde bakterielle Infektion
- Babesiose: parasitäre Erkrankung der roten Blutkörperchen
- Ehrlichiose: grippeartige Symptome, selten in Europa
- Rickettsiose: Hautausschlag und Fieber
- Tularämie: bakterielle Infektion mit Haut- und Lymphknotensymptomen
Quellen und weiterführende Links
Robert Koch-Institut (RKI): https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/Z/Zecken/Zecken_node.html
Deutsche Borreliose-Gesellschaft: https://www.borreliose-gesellschaft.de/
FSME-Risikogebiete Deutschland: https://www.zecken.de/de/fsmerisikogebiete-deutschland

























