Zecken sind in Deutschland weit verbreitet. Sie leben vor allem in Gebieten mit feuchter Vegetation und dichter Bodenbedeckung. Typische Lebensräume sind Waldränder, Lichtungen, hohe Gräser und Sträucher, aber auch Stadtparks und Gärten. Besonders in den Monaten März bis Oktober ist die Aktivität der Zecken am höchsten, denn bereits bei Temperaturen ab etwa 7 °C können Zecken aktiv werden.
Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), die am meisten verbreitete Zecke in Deutschland. Diese Art ist mittlerweile in nahezu allen Bundesländern zu finden. Mit der Verbreitung der Zecken steigt auch das Risiko, sich mit von Zecken übertragenen Erregern wie dem FSME-Virus zu infizieren. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist jährlich die sogenannten FSME-Risikogebiete neu aus. Diese Regionen zeigen, wo Zecken nachweislich FSME-Viren übertragen haben. Zu den ausgewiesenen Risikogebieten gehören große Teile Bayerns und Baden-Württembergs sowie südliche Regionen Hessens, Thüringens und Sachsens. In jüngerer Zeit wurden jedoch auch in Bundesländern wie Brandenburg und Nordrhein-Westfalen vereinzelte FSME-Fälle gemeldet, was auf eine Ausbreitung hindeutet.
Unabhängig vom FSME-Risiko sind Zecken in ganz Deutschland potenzielle Überträger von Borreliose, einer bakteriellen Erkrankung, die ebenfalls durch Zeckenstiche übertragen werden kann. Diese Krankheit tritt in allen Regionen auf, eine Impfung dagegen existiert bisher nicht.
Zecken in der Stadt – ein unterschätztes Risiko
Viele Menschen gehen davon aus, dass Zecken nur im Wald oder auf dem Land vorkommen. Tatsächlich sind sie aber auch in Städten keine Seltenheit. Grünanlagen, Friedhöfe, Spielplätze und sogar private Gärten bieten den kleinen Spinnentieren ideale Bedingungen, wenn genügend Schatten und Feuchtigkeit vorhanden sind. Haustiere wie Hunde und Katzen tragen zusätzlich dazu bei, dass Zecken auch in urbane Gebiete gelangen können.
Wenn Du also in der Stadt unterwegs bist – etwa beim Picknick im Park oder beim Joggen entlang von Hecken – solltest Du genauso auf Zecken achten wie bei einem Ausflug ins Grüne.
Verbreitung in Europa
Auch in anderen Ländern Europas sind Zecken weit verbreitet. In Süd- und Mitteleuropa sind sie ähnlich aktiv wie in Deutschland, teilweise sogar über längere Zeiträume im Jahr. In Ländern wie Österreich, der Schweiz, Tschechien, Slowenien oder dem Baltikum ist das FSME-Risiko ebenfalls erhöht. In Skandinavien ist die Zeckensaison oft kürzer, aber auch dort kommen Erkrankungen vor, besonders im Süden von Schweden und Norwegen sowie in Finnland.
Südlichere Länder wie Italien, Frankreich oder Spanien gelten zwar als weniger stark betroffen, allerdings nimmt die Zahl der dokumentierten Zeckenfälle auch dort zu. Das hat vor allem mit dem sich verändernden Klima zu tun, wodurch sich Zecken neue Lebensräume erschließen. Gleichzeitig breiten sich in Südeuropa andere Zeckenarten aus, die teilweise andere Krankheitserreger übertragen können.
Zecken weltweit – ein globales Thema
Auch außerhalb Europas sind Zecken ein Thema. In Nordamerika kommen Zecken oftmals als Überträger der Lyme-Borreliose vor. Besonders in den Neuenglandstaaten sowie im mittleren Westen der USA besteht eine erhöhte Gefahr. Auch in Kanada nimmt die Zahl der Fälle zu.
In Asien, insbesondere in Teilen Chinas und Japans, existieren ebenfalls Zeckenarten, die teils andere Erreger übertragen und dort für schwere Erkrankungen sorgen können.
Afrika und Südamerika sind ebenfalls die Heimat zahlreicher Zeckenarten. Dort sind sie oft Überträger von anderen Krankheitserregern wie dem Krim-Kongo-Fieber oder verschiedenen bakteriellen Infektionen, die unter anderem bei Rindern oder anderen Nutztieren vorkommen können.
Warum sich das Vorkommen verändert
Durch den Klimawandel bedingt mildere Winter und feuchtere Frühjahre schaffen ideale Bedingungen für Zecken, auch in bisher weniger betroffenen Gegenden. Außerdem spielt der Mensch selbst eine Rolle: Durch Reisen, Tiertransporte oder veränderte Landnutzung gelangen Zecken in neue Regionen. Auch Wildtiere wie Rehe oder Vögel verbreiten Zecken über weite Strecken.
Zusammenfassung:
Wo Zecken vorkommen, auf einen Blick
- Zecken kommen in ganz Deutschland vor.
- FSME-Risikogebiete liegen vor allem im Süden Deutschlands, breiten sich aber aus.
- Borreliose kann überall in Deutschland auftreten, unabhängig vom Wohnort.
- Städtische Grünflächen sind nicht zeckenfrei – Vorsicht auch im urbanen Raum.
- In Europa sind vor allem Mittel- und Osteuropa stark betroffen von FSME und Borreliose.
- Weltweit treten unterschiedliche Zeckenarten auf, oft mit eigenen Krankheitserregern.
- Klimawandel und menschliche Aktivitäten fördern die Ausbreitung von Zecken.
Quellen und weiterführende Links
Robert Koch-Institut – FSME-Risikogebiete: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/F/FSME/Karte_FSME.html
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): https://www.infektionsschutz.de/themen/zecken/
European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC): https://www.ecdc.europa.eu/en/tick-borne-diseases
Centers for Disease Control and Prevention (CDC) – Lyme Disease in the U.S.: https://www.cdc.gov/lyme/index.html
World Health Organization (WHO): https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/vector-borne-diseases

























